Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

2012. Evangelische Kirche Mülfort weicht Abrissbagger

Ehemalige ev. Kirche an der Giesenkircherner Straße

Mit dem Gemeindezentrum an der Giesenkirchener Straße verschwindet das erste aufgegebene Gotteshaus von der Karte der Stadt. Auf der Fläche sollen Betreutes Wohnen und eine Pflegestation mit 79 Plätzen entstehen.

Artikel RP vom 13.12.2012

Gestern ist der Bagger angerückt. Das evangelische Gemeindezentrum an der Giesenkirchener Straße wird abgerissen. Sechseinhalb Jahre nachdem die Gemeinde am Pfingstsonntag 2006 Abschied von ihrer kirchlichen Heimat nehmen musste, fällt nun auch die äußere Hülle des ehemaligen Gotteshauses. 3000 Quadratmeter auf dem 5200 Quadratmeter großen Areal zwischen Giesenkirchener-, Bruch-, Krimmler- und Altenbroicherstraße werden bebaut. Die Projektentwickler sind Walter Durst und sein Sohn Daniel. Sie werden 10 Millionen Euro investieren.

Der erste Plan sah eine reine Wohnbebauung vor. Das wurde von der Kirchengemeinde und der Stadt abgelehnt. Zu hoch, zu viel — hieß es damals. Jetzt plant die Durst GmbH und Cie. aus Odenkirchen drei Komplexe — eine Pflegestation mit 79 Plätzen und zwei Wohnhäuser mit Serviceangeboten. Ursprünglich sollten in den Wohnhäusern je 13 Mietappartements für Singles und Paare mit Flächen zwischen 44 und 54 Quadratmetern entstehen. Davon wichen die Investoren jetzt noch einmal ab. In einem Block wird es tatsächlich 13 öffentlich geförderte Mieteinheiten gebe. Im zweiten Komplex entstehen acht Eigentumswohnungen, davon zwei Penthouse-Wohnungen. 80 bis 100 Quadratmeter werden die Wohneinheiten haben.

„Die Bewohner können je nach Grad ihrer Eigenständigkeit jede Art von Service von der Pflegestation kaufen“, sagt Walter Durst. Das kann ein Einkaufs- oder Putzdienst sein, die Bewohner können auch die Cafeteria der Pflegestation für ihre Mahlzeiten nutzen. Die Pflegestation wird von der Hery-Group aus Weil am Rhein geplant und gebaut. Betreiber der Einrichtung wird die Schweizer SV-Group mit Sitz in Düsseldorf. „Nach einiger Verzögerung haben wir nun für den gesamten Komplex die Baugenehmigungen“, sagt Durst. Im frühen Frühjahr 2013 soll mit dem Bau begonnen werden. Die Investoren rechnen mit einer Bauzeit von etwa 16 Monaten.

Vorher muss das Gemeindezentrum dem Erdboden gleichgemacht werden. „Das geht zügig, weil der gesamte Bau schon vorher entkernt worden ist“, sagt Walter Durst. Bis Weihnachten, so rechnet er, müssten die Abrissarbeiten abgeschlossen sein. Damit verschwindet das erste Kirchengebäude von der Karte der Stadt Mönchengladbach. Bisher wurden alle aufgegebenen Kirchen umgenutzt. In die evangelische Friedenskirche Rheydt wurden Wohnungen gebaut. Die Pfarrkirche St. Peter Waldhausen wurde zur Kletterkirche. Aus der Pfarrkirche St. Elisabeth Untereicken wurde eine Grabeskirche, in der Kirche Herz Jesu Pesch entstanden Wohnungen. Derzeit wird St. Matthias Günhoven zur zweiten Grabeskirche der Stadt umgewidmet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.