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Armut: Thomas Wasilewski wehrt sich

VDK wählt Wasilewski als Musterkläger gegen die Höhe der Grundsicherung.

Der 59-jährige Vater ist arm und zutiefst enttäuscht darüber, wie Behörden und Politiker mit seiner Familie umgehen. Er kämpft für ein anständiges Leben und hofft auf einen heißen Herbst

Auszug aus dem Artikel der : nd-aktuell

Das Jahr, in dem die existenziellen Probleme des Mannes aus Mönchengladbach anfangen, ist 2007. Wasilewski wird plötzlich ohnmächtig. Wenig später werden Herzprobleme attestiert. Er bekommt Herzinfarkte, eine Lungenembolie, bei einer Operation wird der Herzmuskel verletzt. Zwischendurch liegt er im Koma. 2013 ist klar, Wasilewski wird nicht mehr arbeiten können. Dabei hatte er vorher, nach Ausbildungen als Groß- und Außenhandelskaufmann und EDV-Kaufmann Jobs, die ihm Spaß gemacht haben. Für die Stiftung der Ruhrkohle AG hat er lernbehinderten Jugendlichen, die von Förderschulen kamen, bei der Integration in Ausbildungen geholfen.

Thomas Wasilewski kennt aus seiner eigenen beruflichen Erfahrung quasi die andere Seite des Systems. Früher mag er diesem nur kritisch gegenübergestanden haben. Heute spricht aus ihm immer wieder Wut. 

Thomas Wasilewski ist keiner, der passiv bleibt.  Auch mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hätte Thomas Wasilewski gerne gesprochen, hat um einen Termin in dessen Wahlkreisbüro gebeten. Die schlichte Antwort: »Da Sie nicht aus dem Wahlkreis von Herrn Heil kommen, können wir Ihnen keinen Termin für eine Bürgersprechstunde anbieten.« 

Auch die Abgeordneten aus seinem Wahlkreis Mönchengladbach seien desinteressiert gewesen, hätten sich als fachlich nicht zuständig erklärt: Er solle sich an die Mitglieder des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales wenden.

Ein Lob gibt es von Wasilewski für die Abgeordneten der Linken, die hätten sich bei ihm gemeldet. Eine Mitarbeiterin der Linksfraktion war es auch, die einen Kontakt zum Sozialverband VdK hergestellt hat. Der Verband hat Wasilewski als einen Musterkläger gegen die Höhe der Grundsicherung ausgewählt. Holger Lange aus der Rechtsabteilung des Verbands sagt, Wasilewski stehe »für nahezu sieben Millionen Menschen, die Grundsicherung im Alter und Hartz IV beziehen.« Er sei unverschuldet in diese Situation gekommen, die Auswirkungen müsse die ganze Familie spüren. Lange ist froh, dass die Wasilewskis bereit sind, »den beschwerlichen Weg durch alle Instanzen der Sozialgerichtsbarkeit bis hin zum Bundesverfassungsgericht mit dem VdK gemeinsam zu gehen.« Die Dauer der Klagen kann der VdK nur schwer abschätzen. Ähnliche Verfahren zeigen, dass es Jahre dauern kann.

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Foto: Privat von Thomas Wasilewski

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