Wiederaufbau der Rettungswache Rheydt

Der Rat entscheidet am 14. Oktober über den Teilrückbau und Wiederaufbau der Feuer- und Rettungswache am Stockholtweg. Das Wichtigste im Überblick.

Kurz vor der Fertigstellung kam der Schlag: In der Nacht vom 24. auf den 25. September 2025 zerstörte ein Feuer die nahezu fertige Rettungswache III am Stockholtweg 130 in Rheydt. Die Übergabe an die Feuerwehr war für Anfang Dezember 2025 geplant. Nun liegt der politischen Beratung eine Vorlage der Verwaltung (Nr. 0700/XI) zum weiteren Vorgehen vor.

Was ist passiert?

Der Brand und die Verrauchung des Gebäudes haben den Holzbau oberhalb der Decke über dem Erdgeschoss so stark beschädigt, dass er nicht saniert werden kann. Alle Räume ab dem ersten Obergeschoss müssen abgebaut und neu errichtet werden. Nur die Betonbauteile, etwa die Treppenhäuser, lassen sich im Bestand sanieren und erhalten.

Der Wiederaufbau soll auf Grundlage der vorhandenen Genehmigungen und Pläne in gleicher Art und Weise erfolgen.

Was soll beschlossen werden?

Die Verwaltung soll den Wiederaufbau vorbereiten und durchführen. Anpassungen bei Bau, Technik, Planungs- oder Vergaberecht sind zulässig, soweit sie wegen des Brandes oder für eine ordnungsgemäße Umsetzung nötig sind. Weil Teilrückbau und Wiederaufbau baulich zusammenhängen, sollen sie gemeinsam beschlossen werden.

Der ursprüngliche Baubeschluss von 2020 (BV 5176/IX) hat sich durch den Brand erledigt und wird aus Gründen der Klarheit ausdrücklich durch die neue Entscheidung ersetzt.

Was kostet das?

Die Kostenermittlung der städtischen Gebäudemanagement-Gesellschaft gmmg beziffert die Gesamtkosten auf rund 19,5 Millionen Euro. Die Finanzierung ist wie folgt vorgesehen:

  • Haushaltsmittel 2026: Von rund 3,49 Millionen Euro im Ansatz für die „Neuorganisation der Feuerwachen“ werden etwa 1,8 Millionen Euro für die Abwicklung der Altmaßnahme gebraucht. Rund 1,69 Millionen Euro können für den Wiederaufbau genutzt werden.
  • Versicherung: Der Versicherer hat eine Vorausleistung von rund 6,92 Millionen Euro angeboten, die die Stadt angenommen hat. Wie hoch die Versicherungsleistung am Ende ausfällt und wann die Regulierung abgeschlossen ist, lässt sich laut Verwaltung noch nicht verlässlich sagen.
  • Verbleibender Bedarf: Für 2026 stehen damit rund 8,61 Millionen Euro bereit. Weitere rund 10,89 Millionen Euro werden im Haushaltsjahr 2028 benötigt und sind im Entwurf des Haushaltsplans 2027 ff. berücksichtigt.

Die Umsetzung steht unter dem Vorbehalt, dass die nicht verbrauchten Mittel aus 2026 nach 2027 übertragen werden und der Kämmerer die Mittel freigibt.

Warum ist der Standort so wichtig?

Die Feuerwehr spricht von höchster Priorität. Der Standort ist für den Rettungsdienst zwingend erforderlich und für die im Brandschutzbedarfsplan beschlossenen Schutzziele von wesentlicher Bedeutung. Dort soll die Einheit Rheydt der Freiwilligen Feuerwehr ihre Heimat finden, und Rettungsfahrzeuge sollen in den Neubau umziehen. Dadurch werden im Bestandsgebäude Plätze frei, etwa für zwei neue Funktionen aus dem Brandschutzbedarfsplan und für ein Tanklöschfahrzeug.

Die aktuelle Lage ist laut Vorlage kein Dauerzustand:

  • Für die Wachmannschaft gibt es eine Interimscontaineranlage, die seit März steht. Als Dauerlösung gilt sie als weder angemessen noch zukunftsfähig.
  • Es fehlen Stellplätze, daher stehen Einsatzfahrzeuge ungeschützt im Freien. Das bedeutet mehr Verschleiß und entspricht bei Rettungsmitteln nicht den fachlichen Anforderungen.
  • Die Einheit Rheydt ist seit mehr als zehn Jahren nur in einer Containeranlage und in einfachen Pkw-Garagen untergebracht. Eine Schwarz-Weiß-Trennung sowie angemessene Umkleide-, Sanitär-, Lager- und Funktionsflächen fehlen.

Eine weitere Verzögerung würde diese Defizite laut Verwaltung verfestigen.

Das sagt die Politik

„Die Rettungswache III ist für die Sicherheit der Menschen in Rheydt unverzichtbar. Dass der Wiederaufbau jetzt konkret auf den Weg gebracht wird, ist ein wichtiges Signal an die Einsatzkräfte und an die Bürgerinnen und Bürger. Unsere Rettungskräfte und die Freiwillige Feuerwehr haben zu lange mit Provisorien gelebt. Ein zügiger Wiederaufbau mit geschützten Stellplätzen und vernünftigen Räumen ist Wertschätzung, die diese Menschen verdienen.“, so Henning Haupts, Sprecher der FDP/Volt-Fraktion im Ausschuss für Feuerwehr, öffentliche Ordnung und Katastrophenschutz.

Wie geht es weiter?

Der Ausschuss für Feuerwehr, öffentliche Ordnung und Katastrophenschutz hat die Vorlage am 30. September beschlossen. Weiter geht es mit dem Hauptausschuss am 7. Oktober 2026. Die abschließende Entscheidung trifft der Rat am 14. Oktober 2026.

Wiederaufbau der Rettungswache Rheydt

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