Dohrer Straße im Umbruch

150 Anwohner diskutieren Umgestaltung nach der Sanierung

Es ist ein Termin, der zeigt, wie sehr das Thema den Menschen im Stadtteil unter den Nägeln brennt: Rund 150 Anwohnerinnen und Anwohner der Dohrer Straße folgten am Dienstagabend der Einladung der Stadtverwaltung, um sich über die geplante Umgestaltung ihres Straßenzugs zu informieren. Am 08.09.2026, ab 17 Uhr stellten die Planer der Stadt Mönchengladbach die Ideen vor, die nach der bereits abgeschlossenen Sanierung nun in einen umfassenden Vollausbau münden sollen.

Worum es geht: Ein Straßenraum wird neu gedacht

Der Vollausbau sieht vor, Verkehrs- und Nebenflächen der Dohrer Straße, dass heißt Straßengrundsanierung mit Unterbau sowie die angrenzenden Bürgersteige, von Grund auf zu erneuern. Begleitet werden die Baumaßnahmen von Begrünungsmaßnahmen, die den Straßenzug städtebaulich aufwerten und das Wohnumfeld nachhaltig verbessern sollen. Auch die Parksituation entlang der Straße wird im Zuge der Arbeiten neu geordnet.

Ein klarer Schwerpunkt der Planung liegt auf dem Rad- und Fußverkehr:

  • Sicherer Knotenpunkt Dohrer Straße / Am Torfbend: An dieser Kreuzung ist eine verkehrsgerechte Umgestaltung samt einer sicheren Querungsstelle für Radfahrende vorgesehen.
  • Neuer Geh- und Radweg im Norden: Im nördlichen Abschnitt der Dohrer Straße entsteht ein durchgängiger, gemeinsam genutzter Geh- und Radweg bis zur L 370.

Die Fragen der Anwohner – und die Antworten der Verwaltung

Der Abend war geprägt von einem regen Austausch: Aus dem Kreis der Anwohnerschaft kamen zahlreiche Nachfragen, auf die die Verwaltung im Detail einging.

Anliegerkosten: Seitens der Verwaltung wurde festgehalten, dass durch diese Straßenausbaumaßnahme keine Anliegerkosten im Rahmen des Kommunalabgabengesetz (§ 8a KAG NRW) anfallen werden.

Stellplätze: Eine der zentralen Fragen betraf die künftige Zahl der Parkplätze – wie viele Stellplätze es aktuell gibt und wie viele nach der Umgestaltung erhalten bleiben sollen, war ein wiederkehrendes Thema des Abends. Auch das Thema „Stromtankstellen an den Parkplätzen wurde angesprochen.

Straßen- und Gehwegbreiten: Anwohner wollten wissen, welche konkreten Breiten für Fahrbahn und Gehwege vorgesehen sind – eine Frage, die direkten Einfluss auf das künftige Erscheinungsbild und die Aufenthaltsqualität der Straße hat.

Offene Planungsbereiche: Nicht alles ist bereits in Stein gemeißelt. Die Verwaltung benannte, welche Bereiche der Planung noch nicht final festgelegt sind – und damit Raum für weitere Abstimmung bieten.

Einfluss der Bürger: Eine besonders praktische Frage lautete, was die Bürgerinnen und Bürger an dieser Stelle des Verfahrens tatsächlich noch verändern können.

Geprüfte Varianten: Auch der Planungsprozess selbst stand im Fokus: Welche Varianten wurden untersucht, und aus welchen Gründen fiel die Entscheidung auf die nun bevorzugte Lösung?

Verkehrsberuhigung: Ein wichtiges Anliegen der Anwohnerschaft war die konkrete Ausgestaltung der Verkehrsberuhigung entlang der Straße.

Containerstandorte: Glascontainer im Bereich Dohrer Straße / Brückenstraße wurden thematisiert und um neue Standortfestlegung gebeten.

Tempo 30 und Durchgangsverkehr: Kritisch nachgefragt wurde, wie verhindert werden soll, dass die Straße trotz Tempo 30 weiterhin als Durchfahrtsstrecke genutzt wird.

Bäume und Begrünung: Auch die geplante Bepflanzung war Thema – wie viele Bäume tatsächlich gepflanzt werden sollen und an welchen Standorten.

Grundstückszufahrten und Anwohnerparken: Für viele Anlieger von besonderem Interesse: wie ihre Grundstückszufahrten und Parkmöglichkeiten in der neuen Planung berücksichtigt werden.

Weiterer Zeitplan: Anwohner erkundigten sich zudem, wann die überarbeitete Planung den politischen Gremien zur Entscheidung vorgelegt wird.

Dokumentation der Beiträge: Eine wichtige Vertrauensfrage betraf die Nachvollziehbarkeit des Verfahrens – ob die Bürgerbeiträge dokumentiert und öffentlich beantwortet werden.

Zweite Beteiligungsrunde: Abschließend interessierte, ob es nach dieser Veranstaltung noch eine weitere Gelegenheit zur Stellungnahme geben wird.

Ausblick: Politische Beteiligung ab November 2026

Die Verwaltung nennt keine feste Zielmarke für die Umsetzung der Umgestaltung. Bis dahin liegt noch ein Stück Weg vor der Stadt und den Anwohnern der Dohrer Straße – mit weiteren Abstimmungsschritten, politischen Beratungen in der Bezirksvertretung-Süd ab November 2026 und, so viel deutet der rege Zuspruch an diesem Abend an, sicherlich noch der einen oder anderen intensiven Diskussion.

Die Gesamtkosten der Grundsanierung und die Weiterführung des Rad- und Fußweg bis zur Zoppenbroicher Straße wird mit ca. 2 Millionen Euro kalkuliert. Momentan befindet sich die Verwaltung in Planungsstufe 2 (Bürgerbeteiligung) die finale Umsetzung wird in Planungsstufe 7 erreicht sein. Die Verwaltung zeigt sich optimistisch, dass die Straßenbaumaßnahme bis 2031 abgeschlossen ist.

Der große Zuspruch von 150 Teilnehmenden zeigt: Die Dohrer Straße liegt den Menschen im Stadtteil am Herzen. Die Stadt Mönchengladbach steht nun in der Pflicht, die aufgeworfenen Fragen zu Stellplätzen, Straßenbreiten, Verkehrsberuhigung und Grünplanung in die weitere Planung einfließen zu lassen – und die Anwohnerschaft auch in den kommenden Schritten des Verfahrens einzubinden.

Henning Haupts von der FDP Mönchengladbach begrüßt den weiteren Fahrplan:

„Es ist ein gutes Signal, dass die Anregungen aus der Bürgerbeteiligung nun in die überarbeitete Planung einfließen und diese anschließend den politischen Gremien zur Entscheidung vorgelegt wird. Das zeigt, dass die Beteiligung der Anwohnerinnen und Anwohner kein reines Feigenblatt war, sondern echten Einfluss auf das Ergebnis hatte. Wichtig ist jetzt, dass der Zeitplan eingehalten wird und die Fragen zu Stellplätzen, Verkehrsberuhigung und Grundstückszufahrten transparent und nachvollziehbar beantwortet werden, bevor die Gremien final entscheiden.“

Dohrer Straße im Umbruch

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