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Windkraft in Mönchengladbach: Wenn die eigenen Ausbauziele zum Problem werden

Windkraftanlagen Hartder Wald Mönchengladbach Flughafen

Zum Artikel des Lokalboten vom 12.08.2026. Sensemann im Hardter Wald: Initiative warnt vor drohendem Verlust wertvoller Natur

Die Windkraftpolitik der Grünen gerät zunehmend in einen politischen Widerspruch, so auch in Mönchengladbach. Wer den Ausbau immer weiter vorantreibt, muss irgendwann erklären, wo die dafür benötigten Flächen herkommen sollen. Genau diese Frage wird nun vor Ort zum Problem.

Die Folgen der eigenen Politik lassen sich nicht einfach wegdiskutieren.

Wer immer mehr Windräder fordert, nimmt zwangsläufig immer mehr Flächen in Anspruch. Und wer gleichzeitig immer höhere Anlagen zulässt oder fordert, verschärft die Konflikte zusätzlich.

Auf vielen Flächen in Nordrhein-Westfalen stehen bereits Windenergieanlagen dicht gedrängt. Ein vermeintlich einfacher Ausweg wäre das sogenannte Repowering, also der Ersatz alter Anlagen durch neue. Doch auch diese Anlagen werden zunehmend höher. Damit verschwinden die Flächenkonflikte keineswegs.

Besonders problematisch wird es rund um den Flughafen Mönchengladbach.

Windkraftanlagen in Anflugschneisen sind nicht bloß eine Frage des Landschaftsbildes. Hier geht es um Flugsicherheit. Der Flughafen ein wichtiger Bestandteil der Infrastruktur und ein Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Die FDP weist seit Jahren darauf hin, dass die Interessen des Flughafens und die Sicherheit des Flugbetriebs nicht dem politischen Windkraftausbau untergeordnet werden dürfen.

Henning Haupts, FDP Ortsverband Mönchengladbach-Süd: „Wenn bestehende Standorte nicht beliebig erweitert werden können, bleibt der Windkraftpolitik nur die Suche nach neuen Flächen. Und genau dort wird der Widerspruch besonders deutlich: Im Hardter Wald und im Bereich des ehemaligen JHQ stehen Flächen im Raum, gegen deren Nutzung sich die Grünen vor Ort vehement wenden!“.

Der Protest der lokalen Vertreter der Grünen wirkt aus Sicht der FDP allerdings bemerkenswert widersprüchlich. Denn die politischen Rahmenbedingungen, die den Druck zur Ausweisung zusätzlicher Flächen überhaupt erzeugen, sind nicht vom Himmel gefallen.

FDP MdL Dietmar Brockes bringt es scharf auf den Punkt:
„Die schwarz-grüne Landesregierung hat durch ihr völlig überzogenes Vorziehen der Ausbau- und Flächenziele für die Windenergie von 2032 auf 2026 dafür gesorgt, dass solche Flächen jetzt ausgewiesen wurden. Es ist an Scheinheiligkeit kaum zu überbieten, wenn grüne Politiker vor Ort dies nun beklagen. Zumal die grüne Landtagsabgeordnete aus Mönchengladbach Lena Zingsheim-Zobel dieses ideologische und bürgerferne Hauruckverfahren gegen die Interessen der Kommunen mitgetragen hat.“

Auch die symbolträchtige Protestaktion an einer rund 180 Jahre alten Stieleiche passt in dieses Bild. Ein mannshoher Sensenmann soll vor den Folgen der Flächenausweisung warnen. Doch die politische Frage bleibt: Wer die Ausbauziele mitbeschließt, kann anschließend nicht so tun, als kämen die Konsequenzen völlig überraschend.

Genau darin sieht die FDP einen Kern des Problems der aktuellen Landespolitik.

Ausbauziele werden in Düsseldorf festgelegt, die konkreten Konflikte landen anschließend bei den Kommunen und den Menschen vor Ort. Dort geht es dann plötzlich um Wälder, alte Bäume, Landschaften, Flughäfen und die Frage, welche Flächen tatsächlich geopfert werden sollen.
Die Debatte in Mönchengladbach zeigt deshalb vor allem eines: Politische Zielmarken sind schnell beschlossen. Die Konsequenzen lassen sich jedoch nicht per Beschluss verschwinden.
Die Grünen müssen sich daher die Frage gefallen lassen, wie sie aus dem Konflikt herauskommen wollen, den ihre eigene Politik zumindest mit verursacht hat.

Wer landesweit maximale Ausbauziele verfolgt, kann nicht gleichzeitig vor Ort gegen jede konkrete Konsequenz dieses Kurses protestieren. Die politische Säge ist damit an beiden Enden angesetzt.

Windkraftanlage Grüne Mönchengladbach

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